Olympia-Qualifikanten finden ihre Heimat auf Falkental

Ferenc Szentirmai, Olympiade 2016 in Brasilien

Ferenc Szentirmai, Turnier Eschenbruch als Fußgänger 2019

Mohammed Al Hajri, Sieg Weltcup-Springen Al Ain / Abu Dhabi 3*CSI

Viel wurde darüber spekuliert, wie es auf Falkental nach dem Weggang von Henrik Griese weitergeht. Unser erklärtes Ziel, unseren Stall auf kleinerer Flamme weiter zu bewirtschaften, hat jedoch nur ein paar Monate gehalten, denn aus einer übergangsweisen Überlassung eines Teilbereichs der Anlage ist nunmehr eine stabile Situation und eine sportlich höchst effektive Symbiose entstanden.
 
Aber konkret: Als im Frühjahr 2019 der international erfolgreiche Nationenpreisreiter, Olympiateilnehmer 2016 und für die Ukraine an den Start gehende Ferenc Szentirmai auf uns zukam, um einen Teil unserer Reitanlage vorübergehend zu pachten, konnten wir erst einmal nicht davon ausgehen, dass das von längerer Dauer sein würde. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Mohammed Al Hajri (ebenfalls Olympia-Qualifikant 2020 und für seine Heimat die Arabischen Emirate reitend) hatte er Lemgo für den Aufbau eines künftigen, gemeinsamen Ausbildungs- und Handelsstalls nicht unbedingt als die erste Wahl, sondern eher als einen Zwischenstopp angesehen. Mit diesem Gedanken haben wir uns darauf verständigt, dass die beide Springreiter erst einmal zu uns kommen.
 
Für uns war es wichtig, dass dieses Team völlig autark seinen eigenen Bereich bewirtschaftet und dass wir trotzdem gemeinsam die gemeinschaftlich nutzbaren Anlagenteile (Reithalle, Reitplatz, Weiden etc.) nutzen können, ohne uns gegenseitig einzuschränken. Die anfängliche, gegenseitige Skepsis ist ziemlich schnell verflogen, denn die beiden Spitzensportler und ihr Team zeigten sich sehr hilfsbereit, professionell und kooperativ. Die sich mehr und mehr entwickelnden Synergien, die gegenseitige Unterstützung sowie der sehr unkomplizierte Umgang miteinander schaffen mittlerweile eine ausgesprochen freundschaftliche und entspannte Atmosphäre, die wir so nicht erwartet haben.
 
Ebenso scheint es bei unseren neuen Pächtern zu sein. Alle Beteiligten, und nicht zuletzt auch die Pferde, fühlen sich auf Falkental rundum wohl. Mittlerweile haben die beiden Reiter und ihr Team Lemgo und Falkental ziemlich ins Herz geschlossen und planen die Zukunft in der Alten Hansestadt jetzt auch langfristiger. Sie schätzen die professionellen Trainingsbedingungen und auch das einzigartige Ambiente auf Falkental. Neben vielen anderen Aktivitäten haben sie ebenfalls ins Auge gefasst, gegebenenfalls das Falkental-Compact-Turnier, jedoch dann auf internationaler Ebene, wieder aufleben zu lassen, aber das ist Zukunftsmusik.
 
Diese Entwicklung auf Falkental haben wir zwar nicht geplant oder vorausgesehen, aber sie hat sich erfreulicherweise so ergeben. Arabische Gelassenheit, ungarisches Temperament und deutsche Akribie sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich unsere Welt immer internationaler zusammenfügt, auch in der Reiterei und nicht zuletzt auch auf Falkental.
 
Klaus Röpke